Kurz gesagt: Die Hauptmahlzeit bekommt dein Jagdhund am Vorabend, nicht am Jagdmorgen. 45 bis 60 Minuten vor dem ersten Treiben gibst du nur eine kleine, leicht verdauliche Portion schnell verfügbarer Energie. So startet er mit vollen Speichern, ohne mit vollem Magen zu arbeiten.
Klingt einfach, wird aber auf vielen Drückjagden falsch gemacht. Die einen füttern morgens die volle Ration, die anderen gar nichts. Beides rächt sich, spätestens im zweiten oder dritten Treiben. In diesem Artikel erfährst du, was im Körper deines Hundes passiert, wann du was fütterst und wie ein guter Jagdmorgen aussieht.
Warum Hunde nach dem dritten Treiben einbrechen
Ein Jagdhund arbeitet auf einer Drückjagd in kurzen, harten Phasen: stöbern, jagen, Laut geben, durch Dickungen und Brombeeren. Das ist Intervallarbeit über Stunden, oft bei Nässe und Kälte. Dafür braucht der Körper zwei Arten von Energie.
Schnelle Energie aus Glykogen. Muskeln und Leber speichern Kohlenhydrate als Glykogen. Daraus kommt die Kraft für Sprints und Antritte. Der Speicher ist aber begrenzt. Ist er leer, fehlt die Spritzigkeit, selbst wenn der Hund noch will.
Ausdauernde Energie aus Fett. Bei gleichmäßiger Arbeit verbrennt der Hund vor allem Fett. Davon hat er reichlich, nur dauert es, bis es im Muskel ankommt. Mittelkettige Fettsäuren (MCT) sind hier eine Ausnahme: Sie werden schnell aufgenommen und direkt in der Leber verwertet.
Protein für die Muskulatur. Bei langer, harter Arbeit greift der Körper auch Muskeleiweiß an. Genug Protein im Futter hilft, die Muskulatur über den Tag zu versorgen.
Wer mit halb leeren Speichern startet, merkt das nicht im ersten Treiben. Dann läuft der Hund auf Adrenalin. Der Einbruch kommt später: Er wird langsamer, sucht weniger weit, kommt früher zurück. Genau das wollen wir vermeiden.
Wann füttern? Das richtige Timing
Der wichtigste Grundsatz: Keine große Mahlzeit direkt vor harter Arbeit. Ein voller Magen macht träge, und bei großen, tiefbrüstigen Rassen erhöht er das Risiko einer Magendrehung. Die ist ein Notfall, der ohne schnelle Operation tödlich enden kann.
Deshalb hat sich diese Aufteilung bewährt:
| Zeitpunkt | Was | Warum |
|---|---|---|
| Vorabend | Normale Hauptmahlzeit | Füllt die Speicher über Nacht, ist bis zum Morgen verdaut |
| Jagdmorgen, 45–60 Min. vor dem ersten Treiben | Kleine Portion, leicht verdaulich | Schnelle Energie, ohne den Magen zu belasten |
| Zwischen den Treiben | Wasser, bei Bedarf kleine Snacks | Nachschub statt Reserve |
| Nach der Jagd, wenn er ruhig ist | Hauptmahlzeit | Regeneration, aber erst nach dem Runterkommen |
Die kleine Portion am Morgen ist der Teil, den viele weglassen. Gerade der Hund, der um sechs Uhr losfährt und um neun im ersten Treiben steht, hat seit dem Vorabend nichts mehr bekommen.
Auch nach der Jagd gilt: Erst wenn der Hund ruhig atmet und abgekühlt ist, gibt es die volle Mahlzeit. Ein hechelnder Hund, der sofort viel frisst und trinkt, ist wieder ein Risiko für den Magen.
Der Jagdmorgen Schritt für Schritt
- Vorabend: normale Hauptmahlzeit, frisches Wasser über Nacht.
- Morgens zu Hause: kurz lösen lassen, Wasser anbieten, kein Frühstück in voller Größe.
- Beim Sammeln oder an der Anfahrt, 45–60 Minuten vor dem ersten Treiben: die kleine Energieportion geben. Danach ruhig im Auto oder an der Leine warten lassen, nicht toben.
- Kurz vor dem Schnallen: noch einmal Wasser anbieten.
- Zwischen den Treiben: Wasser, Hund kontrollieren (Pfoten, Verletzungen, Atmung), warm halten.
- Nach der Jagd: abtrocknen, zur Ruhe kommen lassen, dann füttern.
Plane die Fütterung wie den Rest der Ausrüstung. Wer die Energieportion erst im Auto sucht, wenn die Treiber schon losgehen, ist zu spät dran.
Wo CHARGE ins Spiel kommt
Genau für die kleine Portion am Jagdmorgen haben wir Hunt Core CHARGE entwickelt. Es kombiniert die drei Energiequellen, die der Hund an diesem Tag braucht:
- Kohlenhydrate, um die Glykogenspeicher aufzufüllen
- MCT, als schnell verfügbare Energie aus Fett
- Protein, zur Versorgung der Muskulatur
Du gibst CHARGE 60 Minuten vor dem ersten Treiben. Die Portion ist klein und belastet den Magen nicht wie eine volle Mahlzeit. Damit läuft dein Hund nicht ab dem ersten Treiben auf Reserve.
CHARGE: Vor der Jagd – Energie tanken. Zum Produkt
Und weil Energie allein nicht reicht: Was zwischen den Treiben zählt, liest du im Artikel zum Wasserhaushalt beim Jagdhund.
Häufige Fragen
Soll ich meinen Jagdhund vor der Drückjagd gar nicht füttern?
Keine volle Mahlzeit, aber auch nicht gar nichts. Die Hauptmahlzeit gehört auf den Vorabend, morgens gibt es eine kleine, leicht verdauliche Portion etwa eine Stunde vor dem Einsatz.
Wie lange vor der Jagd sollte der Hund zuletzt fressen?
Eine normale Mahlzeit sollte mehrere Stunden zurückliegen, idealerweise am Vorabend. Eine kleine Energieportion ist 45 bis 60 Minuten vorher sinnvoll.
Was ist mit Hunden, die vor der Jagd vor Aufregung nicht fressen?
Das ist häufig. Hier hilft eine kleine Menge, die gern angenommen wird, statt einer vollen Schüssel. Gib sie früh genug, solange der Hund noch ruhig ist, etwa vor der Abfahrt.
Braucht mein Hund auch zwischen den Treiben Energie?
Vor allem braucht er Wasser. Bei langen Jagdtagen können kleine Snacks zwischendurch helfen. Große Mengen zwischen zwei Treiben sind aus denselben Gründen wie morgens keine gute Idee.
Ist das für jeden Jagdhund gleich?
Die Grundsätze gelten für alle. Die Menge hängt von Größe, Rasse, Trainingszustand und Arbeitsweise ab. Bei Vorerkrankungen sprich die Fütterung mit deinem Tierarzt ab.